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KWG Themen und Vorträge ab 2001

Künstler reden über ihre Arbeit

Sommersemester 2001
 
Wolfgang Flatz, der sein Publikum provoziert mit aggressiven und autoaggressiven Aktionen.
Was kann toleriert werden, was scheint wem warum plausibel?
(17.05.2001)
 
Jochen Gerz, der seinen Adressaten Fragen zu ihrem jeweiligen Selbst- und ihrem Kunstverständnis stellt, zu ihrem Verständnis von Zukunft und Vergangenheit.
(31.05.2001)
 
Dorothe von Windheim, die Spuren festhält, damit aufmerksame Beobachtungen ermöglicht und nach Ursprünglichem, Verändertem, Gealtertem, Vermitteltem fragt. Was können wir überhaupt behalten?
(31.06.2001)
 
Sigrid Sigurdsson, die ihr Publikum anstiftet, eigene Erinnerungen festzuhalten und in Installationen einzubauen. Was ist Geschichte?
(28.07.2001: Ersatzterm für den am 10.05.2001 ausgefallenen Vortrag)
 
 

Die Konfession der Bilder

Wintersemester 2001/02
 
Prof. Dr. Irving Lavin Princeton University (Kunstgeschichte)
The Papal Identity in the Age of the Baroque: the Other Side of the Medal
(25.10.2001)
 
Prof. Dr. Dr. h.c. Arnold Angenendt Universität Münster (Neuere Kirchengeschichte)
Imaginative Liturgie des Spätmittelalters. Vorläufer der barocken Glorie?
(21.11.2001)
 
Prof. Dr. Rudolf Preimesberger Freie Universität Berlin (Kunstgeschichte)
Wort und Bild in Sankt Peter von 1623 bis 1644
(06.12.2001)
 
Dr. Peter Burschel Universität Freiburg und Erfurt (Neuere Geschichte)
Paradiese der Gewalt. Martyrium, Imagination und die Metamorphose des nachtridentinischen Heiligenhimmels
(10.01.2002)
 
PD. Dr. Dr. Andreas Tacke München (Architektur und Kunstgeschichte)
Kardinal Albrecht von Brandenburg als "Schutzmantel-Erasmus". Überlegungen zu gegenreformatorischen Kunstwerken vor dem Konzil von Trient
(24.01.2002)
 
Dr. Peter Stephan Universität Freiburg (Kunstgeschichte)
Wie kommt der Ketzer ins Bild? Überlegungen zum Triumph der Kirche von Rubens
(31.01.2002)
 
Dr. Gabriele Helke Kunsthistorisches Museum Wien (Kunstgeschichte)
Ein Spiegel im Zeichen von Paragone und Religion. Ein Beitrag zu Lorenzo Lottos ‚Blutspendendem Erlöser’ im Kunsthistorischen Museum zu Wien
(07.02.2001)
 
 

Künstler reden über ihre Arbeit (Maler)

Sommersemester 2002
 
Günter Umberg, der mit schwarzer Malerei Räume neu bestimmt.
(06.06.2002)
 
Helmut Federle, der geometrische Formen lebendig malt.
(13.06.2002)
 
Ulrich Erben,der Licht- und Farbsituationen erinnert und festhält.
(27.06.2002) 

Französische Malerei. Konstruktion und Dekonstruktion ihrer Geschichte.

Wintersemester 2002/03
 
Prof. Dr. Katharina Krause (Philipps-Universität Marburg)
Par le préceptes et par les exemples. Die Ausbildung von Malern im Paris des 17. Jahrhunderts.
(14.11.2002)
 
 

Kunst um 1800; Kontinuität oder Umbruch?

Sommersemester 2003
 
Prof. Dr. Erik Forssman
Goethe: Einfache Nachahmung der Natur, Manier, Stil
(08.05.2003)
 
Prof. Dr. Wilhelm Schlink
Overbecks Vittoria Caldoni - ein heimliches Freundschaftsbild
(22.05.2003)
 
Dr. Uwe Fleckner (Berlin/Paris)
Die Gegenwart einer Illusion. Ingres malt die Sixtinische Kapelle
(05.06.2003)
 
Prof. Dr. Beate Söntgen (Basel)
Schwellenphänomene. Perspektiv-Hummels Raumkunst
(26.06.2003)
 
Prof. Dr. Andreas Prater
Der Streit um die Farbe. Die Wiederentdeckung der Polychromie griechischer Architektur und Plastik im 18. und 19. Jahrhundert
(03.07.2003)
 
Dr. Raphael Rosenberg
Wie die Linie zu ihrem Recht kam. Hogarth, Sterne und Lavater
(10.07.2003)
 
 

Künstler reden über ihre Arbeit

Wintersemester 2003/04
 
Das Verhältnis von Leben und Kunst ist nicht klar: Übersteigt die Kunst Leben? Sind Leben und Kunst Gegensätze? Zählt das Leben? Zählt die Kunst? Solche Fragen bleiben offen, weil sie voraussetzen, dass man wüsste, was Leben ist und was Kunst ist. Im 20. Jahrhundert und erst recht heute, wo jeder den Anspruch erheben kann, ein Besonderer zu sein und sein Leben zu gestalten, und wo das Interesse an Lebensgeschichten (Biografien überall!) groß ist, stellt sich das Problem neu. Künstler werden gern als exemplarische Menschen gesehen und einige stellen sich auch so dar. Künstler wie Marcel Duchamp, Andy Warhol, Joseph Beuys, aber auch FLATZ oder James Lee Byars und andere provozierten und provozieren „normale“ Menschen. Oft zählten bei ihnen materielle Werke weniger als ihre Auftritte, als die Spielregeln, die sie sich gesetzt haben, als ihr anarchisches Außenseitertum, als ihre öffentlich gelebte Haltung. Solche Künstler habe ich eingeladen. Daniel Spoerri hat immer wieder Lebensspuren zu Kunst erklärt und die Grenzen zwischen Kunst und Leben verwischt. Timm Ulrichs hat sich hingesetzt und sich selbst zum Kunstwerk erklärt. Roman Opalka verbringt sein Leben, indem er seine Lebenszeit zählt. Eva & Adele irritieren mit ihren schrillen Auftritten. Sie alle haben - wie Beuys und die oben genannten - keine 35-Stunden-Woche. Ob das erstrebenswert ist oder nicht - mit Lebenskünstlern im Sinne von „Essen und Trinken“ und „Schöner Wohnen“ haben sie jedenfalls gar nichts zu tun.
Künstler sind schon lange „Außenseiter der Gesellschaft“ (Wittkower). An ihnen verstehen wir, was wir nicht sind - und was wir sind.
 
Eva & Adele
(23.10. 2003)
 
Daniel Spoerri
(13.11.2003)
 
Roman Opalka
(4.12.2003)
 
Timm Ulrichs
(15.01.2004)

Meisterwerke - neu gesehen

Wintersemester 2004/05
 
Dr. Annemarie Jaeggi ( Bauhausarchiv Berlin)
Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Berlin
(28.10.2004)

 

Künstler reden über ihre Arbeit 

Sommersemester 2005
 

Marcel Odenbach
Künstler, die an Opfer des Nationalsozialismus erinnern
(02.06.2005)
 
Hermann Nitsch
Künstler die mit (ihren) Körpern Kunst machen.
(09.06.2005)
 
Gunter Demnig
Künstler, die an Opfer des Nationalsozialismus erinnern
(16.06.2005)
 
Ulrike Rosenbach
Künstler, die mit (ihren) Körpern Kunst machen.
(23.06.2005)
 
Franz Erhard Walter
Künstler die mit (ihren) Körpern Kunst machen.  
(07.07.2005)
 
 

Bildende Kunst und Musik

Wintersemester 2005/06
 
Erich Franz
Von zerhackten Klavieren bis zum No Smoking Event. Identität von Bildender Kunst und Musik im Fluxus
(10.11.2005)
 

Volker Scherliess

"Musica picta" – Aspekte "gemalter Musik" von den Allegorien der Ars musica zu Kandinskys "Bildern einer Ausstellung"
(15.12.2015)
 
Prof. Dr. Günter Schnitzler
Entwurf einer Oper aus dem Geist POUSSINs. „Ariadne auf Naxos“ von Hofmannsthal und Strauss
(19.01.2006)
 
Prof. Dr. Dörte Schmidt
Schrift-Bild. MUSIKALISCHE NOTATIONEN zwischen Text und Zeichnung
(26.01.2006)
 
Prof. Dr. Christian Berger
„Die Lust an der Form“ Johann Sebastian BACH mit den Augen Paul KLEEs
(09.02.2007)
 
 

Die Dozenten des Kunstgeschichtlichen Instituts stellen sich mit ihren Forschungen vor:

Sommersemester 2006
 
Angeli Janhsen
Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin
(11.05.2006)
 
Thomas Flum
Das Welterbe der UNESCO. Konzepte und Perspektive
(18.05.2006)
 
Dieter Koepplin
Neugeprägte Glaubensbilder in mittelalterlichen und neuzeitlichen Beispielen
(22.06.2006)
 
Hans W. Hubert
Architektur – kleinkariert
(06.07.2006)
 
Andreas Prater
Bemerkungen zu Michael Pachers Altar von St. Wolfgang
(13.07.2006)

Forschungen zum Petersdom in Rom 

Wintersemester 2006/07

Prof. Dr. Christof Thones
Über die Größe der Peterskirche
(09.11.2006)
 
Prof. Dr. Rudolf Preimesberger
St. Peter – Ausstattungsfragen (1623-1644)
(07.12.2006)
 
Prof. Dr. Georg Satzinger
St. Peter – Longitudinalbau, Zentralbau, Fassadenprobleme
(18.01.2007)
 
PD. Dr. Peter Stephan
Ascendamus ad montem Domini – St. Peter als die Vollendung des römischen Stadtraums
(01.02.2007)
 
 

Kunst und Öffentlichkeit

Sommersemester 2007


Wo eigentlich spielt sich Kunst ab? Wen erreicht sie wie? Ältere Kunst stand oft selbstverständlich einem großen Publikum zur Verfügung – denken Sie an das Freiburger Münster und seine Ausstattung. Zugleich gab es weggeschlossene, nur für wenige erreichbare Kunst. Ab dem 18. Jahrhundert ändert sich die Problematik. Eine beschränkte Öffentlichkeit nicht jeder ist zugelassen! – genießt Kunst in einem Schonraum. Institutionen wie Museum und Akademie trennen Kunst und Nichtkunst, Gebildete und Ungebildete, Anerkanntes und Ausgeschlossenes. Auch heute ist Kunst, die „Öffentlichkeit“ anspricht, nicht selbstverständlich. Zwischen den Extremen ist alles möglich: Kunst kann für nur einen Auftraggeber oder für den Künstler selbst gemacht sein, sie kann – wie z.B. Bronzestatuetten oder manche Multiples – nur nichtöffentlich zu rezipieren sein. Sie kann aber auch – wie Stadtplanung – so öffentlich sein, daß sie als „Kunst“ gar nicht mehr zu erkennen ist. Der Anspruch „der“ Öffentlichkeit an „Kunst im öffentlichen Raum“ oder „Kunst am Bau“ ist vergleichsweise neu. Es ändert sich, was Kunst ist, und es ändert sich, was Öffentlichkeit ist. Die Referenten dieses Semesters – drei Kunsthistoriker und ein Künstler – machen das an aus ihren jeweiligen Arbeitsgebieten ausgewählten Beispielen deutlich.

Prof. Dr. Michael Hesse
„Städtebau ist Erinnerung“ – Leitbilder der Architektur des neuen Berlin

(26.04.2007)
 
Dr. Kerstin Walter
Historische Parkanlagen und heutige Eventkultur – wie viel Öffentlichkeit verträgt Gartenkunst?
(03.05.2007)
 
Prof. Dr. Richard Hoppe-Sailer
Bio Art zwischen Labor und Public Viewing
(24.05.2007)
 
Prof. Dr. Till Velten
Künstlerstrategien
(21.06.2007)
 
 

Wasser als Thema und Gegenstand der Kunst

Wintersemester 2007/08
 

Prof. Dr. Gernot Böhme
Ästhetik der Gewässer
(29.11.2007)

Dr. Alexander Heinemann
Zwischen Illusion und Abstraktion. Zur Vergegenwärtigung des feuchten Elements in Bildern des Hellenismus

(06.12.2007)

Prof. Dr. Rainer Warland
Fons vitae. Metaphorik und Bildorte des lebenspendenden Wassers in der spätantiken und byzantinischen Kunst
(13.12.2007)

 
Dr. Hannah Baader
Horizont und Welle. Wasser des Meeres in der Kunst der Frühen Neuzeit
(17.01.2008)
 
Prof. Dipl. Ing. Gerhard Auer
Ästhetik des Wassers in Architektur und Stadt
(24.01.2008)
 
Prof. Dr. Angeli Janhsen
Elementare Interessen bei zeitgenössischer Kunst
(07.02.2008)

Fotografie

Sommersemester 2008
 
Prof. Dr. Sc. Tc. H. C. Bazon Brock
Du sollst dir kein Bildnis machen – aber bitte als Bild, sonst hast du das Bilder-Verbot nicht verstanden. Das Undenkbare muss als solches gedacht werden, das Undarstellbare muss als solches dargestellt und das Unvorstellbare muss als unvorstellbar vorgestellt werden. Kunst als Evidenzkritik durch Evidenzerzeugung
(08.05.2008)
 
Prof. Dr. Herta Wolf
Fotografien von Künstlern. Das Multiple „Artists and Photographs, 1970
(05.06.2008)
 
Prof. Dr. Peter Geimer
Fotografie sieht Malerei. Zum Verhältnis zweier Künstler heute
(19.06.2008)
 
Dr. Cornelia Brink
Fotografie und Geschichte. Überlegungen zu Susan Sontag, „Das Leiden anderer betrachten“
(26.06.2008)
 
Prof. Dr. Bernd Stiegler
Fotografie als Reflexionsmedium
(10.07.2008)
 
 

Kunstgeschichte als Beruf

Wintersemester 2008/09
  
Kunstgeschichte studiert man in aller Regel freiwillig, aus Interesse, aus Spaß an der Sache. Nach dem abgeschlossenem Studium muß man dann fast immer mit Kunstgeschichte seinen Lebensunterhalt verdienen – und man will wahrscheinlich doch jedenfalls etwas Sinnvolles tun. Es gibt kein klares Berufsbild und nichts, was man wirklich planen könnte. Eben deshalb ist es wichtig, die eigenen Voraussetzungen und Möglichkeiten zu klären – zu wissen, was man selbst kann und was man will. Max Weber hat 1919 vor Studenten über „Wissenschaft als Beruf“ gesprochen, um ihnen als Fachmann zu zeigen, was sie erwarten könnte. Wir laden nun Fachleute aus der Kunstgeschichte ein, die über ihre jeweiligen Berufe nachdenken. An der Universität haben Studenten mit Wissenschaftlern zu tun, die eine Art von Kunstgeschichte machen, die eben hier möglich ist. An anderen Institutionen arbeiten andere anders mit Kunst. Was tun sie? Was nützt ein Kunstgeschichtsstudium in welchem Beruf? Lassen sich Berufswünsche konkretisieren, kann man darauf hin arbeiten? Was sollte man in welchem Beruf können, welche Menschen gibt es überhaupt in welchem Beruf? Was ist in welchem Beruf zu erreichen, zu befürchten, welche Möglichkeiten gibt es? Was ist an welchem Beruf sinnvoll?
 
Iris Dressler/Hans D. Christ
Direktoren des Württembergischen Kunstvereins Stuttgart KUNSTVEREIN
(04.12.2008)
 
Dr. Tilmann von Stockhausen
Direktor der Freiburger Museen - MUSEUM
(11.12.2008)
 
Dr. Petra Schärpers
Leiterin des Dorotheums Düsseldorf - KUNSTHANDEL
(18.12.2008)
 
Dr. Matthias Weiß
Kunstzeitung - JOURNALISMUS
(22.01.2009)
 
Alexander von Berswordt-Wallrabe
Galerie m, Bochum - GALERIE
(05.02.2009)
 
Prof. Dr. Dieter Koepplin
Früher Kunstmuseum Basel: „Die besondere Museumsarbeit mit den besonderen Beuys-Werken“ - MUSEUM
(12.02.2009)
 
 

Kunst in der Stadt

Sommersemester 2009
 
Kunst, die in Kirchen, Privaträumen, Museen und anderen Innenräumen zu sehen ist, ist nicht allen zugänglich. Man kann sie vermeiden oder bewusst aufsuchen. Dagegen ist Kunst auf Plätzen, in Straßen, im städtischen Außenraum also, allen – freiwillig oder nicht – zugänglich. Wie bestimmen nun Innenraum oder Außenraum die Kunst? Ändern sich die Räume mit der Kunst? Wie unterscheidet sich Kunst in Umgebungen, die nicht primär an Kunst denken lassen, von diesen Umgebungen? Macht Kunst Stadträume sinnvoll? In Münster (Skulptur Projekte 1987, 1997, 2007) und Duisburg (PubliCity) wurden und werden solche Fragen mit wichtigen Ausstellungen gestellt und geklärt. Darüber berichten Dr. Carina Plath und Dr. Söke Dinkla als Kuratorinnen. Prof. Dr. Manfred Schneckenburger, Leiter der Documenta 6 (1977) und der Documenta 8 (1987), behandelt das Problem der Entstehung des „Öffentlichen Raums“. Mischa Kuball stellt seine eigene künstlerische Arbeit vor.
 
Mischa Kuball (Düsseldorf )
über seine künstlerische Arbeit
(14.05.2009)
 
Dr. Carina Plath (Westfälischer Kunstverein Münster )
über „Skulptur Projekte 2007"
(18.06.2009)
 
Dr. Söke Dinkla (Leiterin Kulturhauptstadt Duisburg 2010 )
über das Duisburger Kunst-im-öffentlichen-Raum-Programm
(02.07.2009)
 
Prof. Dr. Manfred Schneckenburger (Leiter der Documenta 8 (1987) )
Der öffentliche Raum muss neu erfunden werden.
(09.07.2009; Vortrag fiel aus)
 
Prof Dr. Klaus Bußmann (Seit 1977 Skulptur Projekte Münster )
Kunst im öffentlichen Raum – Erfahrungen in der Provinz
(16.07.2009)

Künstler reden über ihre Arbeit

Wintersemester 2009/10
 
Kunsthistoriker versuchen, Kunst zu verstehen, sie reden und schreiben darüber. Für Kunsthistoriker ist Kunst das, was sie selbst eben nicht gemacht und vorhergesehen haben, worauf sie eben deshalb neugierig sind und wofür sie gerade als Außenstehende eine besondere Art von Kompetenz haben. - Für Künstler ist ihre eigene Kunst das, was in ihrem eigenen Leben einen Zusammenhang hat, was sie verfolgen, was ihnen nah ist, was sie anstoßen, was sie gemacht haben. Künstler und Kunsthistoriker sehen verschieden, reden verschieden, haben verschiedene Kriterien.
Wenn nun also verschiedene Künstler in Freiburg über ihre Kunst reden (oder sie sonstwie verständlich machen), ergibt sich die Chance, ihre jeweilige künstlerische Arbeit genauer zu sehen. Außerdem besteht die Möglichkeit, Umgangsweisen mit zeitgenössischer Kunst überhaupt in Frage zu stellen: Wie versteht man so Verschiedenes, wie redet man darüber, ändert sich mit der Kunst die Kunstgeschichte?
 
Peter Dreher (Freiburg)
(19.11.2009)
 
Maria Nordman (Santa Monica)
(14.01.2010)
 
Raumlabor (Berlin)
(28.01.2010)
 
Apolonija Sustersic (Amsterdam)
(04.02.2010)
 
 

Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Huboldt-Forum; Konzepte und Perspektiven für die Musumsinsel

 Sommersemester 2010
 
Die Berliner Museumsinsel zählt zu den bedeutendsten Museumslandschaften der Welt. Nach der Wiedereröffnung der Alten Nationalgalerie (2001), des Bode-Museums (2006) und der Wiederherstellung des Neuen Museums (2009) wird 2011 ein weiteres Projekt begonnen werden: der Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Teil des künftigen 'Humboldt-Forums'. Dieses neue Kulturzentrum soll den Ausbau der Museumsinsel zu einem „zweiten Louvre“ krönen. Gedanklich soll es an das humanistische Bildungsideal Wilhelm von Humboldts und an das kosmopolitische Natur- und Weltverständnis von dessen Bruder Alexander anknüpfen. Formal sollen die rekonstruierten barocken Fassaden und der sog. Schlüterhof zu integralen Bestandteilen einer modernen Museumsarchitektur werden.
Wie aber ist diese komplexe Synthese von barocken Fassaden, Humboldt'schem Geist, zeitgenössischer Architektur und modernen Nutzungskonzepten zu bewerkstelligen? Was war das barocke Schloss überhaupt, welchen gedanklichen Aussagen sollten mit ihm zum Ausdruck gebracht werden? Was muss berücksichtigt werden, damit die rekonstruierten Teile nicht zur bloßen Attrappe werden? Und wie kann das gesamte Ensemble seinerseits in einen Dialog zur übrigen Museumslandschaft treten – insbesondere zu Karl Friedrich Schinkels Altem Museum, das in unmittelbarer Nachbarschaft liegt und in dessen Formensprache und Ikonographie sich das Humboldt'sche Bildungs- und Gesellschaftsideal auf besonders exemplarische Weise konkretisiert?
Im Rahmen dieser Fragestellung versucht Peter Stephan aus kunstgeschichtlicher Perspektive, das Konzept herauszuarbeiten, das Schlüter und sein Auftraggeber, König Friedrich I., dem Schloss zugrunde gelegt hatten und auf das Schinkel ein Jahrhundert später mit dem Alten Museum als Gegenentwurf antwortete. Hermann Parzinger erläutert als Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, wie das künftige Humboldt-Forum durch seine Nutzung als Museum, als internationale Begegnungsstätte, als Bibliothek und als Forschungseinrichtung das Vermächtnis seiner Namenspatrone für die postmoderne und multikulturelle Wissens- und Bürgergesellschaft fruchtbar machen kann. Franco Stella, der Architekt, stellt sein Konzept des Wiederaufbaus vor, das er als ein kritisches, aber respektvolles Weiterbauen von Schlüter versteht, wobei er sich ganz bewusst auch auf die Architektursprache Schinkels einlässt. Der Berliner Architekt York Stuhlemmer, der mit der Rekonstruktion der barocken Fassaden beauftragt ist, stellt seinen Ansatz vor: keine romantisch verklärte Wiederherstellung eines fotografisch dokumentierten Zustands, sondern die baugeschichtlich-handwerklich legitimierte Wiederaufführung des bauzeitlich Intendierten. Der Münchner Architekturhistoriker Hans Lange verortet das Phänomen der Rekonstruktion von im Krieg zerstörten Residenzen schließlich im Kontext der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft. Welche politischen, mentalitätsgeschichtlichen, ästhetischen oder stadtplanerischen Gründe waren maßgeblich dafür, dass man sich entweder für den Abriss einer Ruine, für eine Teilrekonstruktion oder gar für eine völlige Wiederherstellung entschied.
 
PD Dr. Peter Stephan (Universität Freiburg)
Schlüters Schloss und Schinkels Altes Museum: Das Vermächtnis von königlicher Friedens- und bürgerlicher Bildungsarchitektur als Auftrag an das Humboldtforum
(29.04.2010)
 
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Parzinger (Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Berlin))
Von der Museumsinsel zum Humboldt-Forum – Zukunftsperspektiven der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
(20.05.2010)
 
Prof. Franco Stella ( Architekturbüro Vicenza/ Universität Genua)
Das Humboldt-Forum: Wiederaufbau des Berliner Schlosses
(10.06.2010)
 
Dipl. Ing. York Stuhlemmer (Diplomingenieure Stuhlemmer Architekturbüro für Denkmalpflege Berlin)
Die Wiederherstellung der barocken Fassade des Berliner Schlosses und des Schlüterhofs: Möglichkeiten und Grenzen der ’authentischen’ Rekonstruktion
(01.07.2010)
 
Dr. Hans Lange ( Technische Universität München)
Okkupation zentraler Orte oder rekonstruierte Aura? Zum Umgang mit ehemals landesherrlichen Residenzen im westdeutschen Wiederaufbau seit 1945
(15.07.2010)
 
 

Kunstnah

Wintersemester 2010/11
 
Kunsthistoriker verschiedener Universitäten und von der Albertina in Wien werden aus ihrer Forschung heraus in der Vortragsreihe "Kunstnah" ausgewählte Werke oder Werkgruppen des Manierismus und des Barock vorstellen, analysieren und in ihrem Entstehungskontext interpretieren.
 
Prof. Dr. Elisabeth Oy-Marra (Universität Mainz)
Ein Versuch, mit Bildern Diplomatie zu betreiben: Guercinos „Tod der Dido“ im Palazzo Spada in Rom
(11.11.2010)
 
PD Dr. Frank Martin (TU Berlin)
Eine Neuinszenierung der Gregorianischen Kalenderreform. Camillo Rusconis Grabmal für Gregor XIII in St. Peter in Rom
(25.11.2010)
 
Prof. Dr. Johannes Myssok (Akademie Düsseldorf)
Auge und Hand. Italienische Künstlerbildnisse des 16. Jahrhunderts
(16.12.2010)
 
Prof. Dr. Wolf-Dietrich Löhr (Freie Universität Berlin)
Dürer ohne Hände. Das Weimarer Selbstbildnis zwischen Nürnberg und Rom
(20.01.2011)
 
PD Dr. habil. Achim Gnann (Albertina Wien)
Das Scheitern eines Projekts aus der Nähe betrachtet: Parmigianinos Fresken in S. Maria della Steccata in Parma
(03.02.2011)

Neue Kunst: nicht Werk, sondern Ereignis

Sommersemester 2011
 
„Architektur“, „Plastik“ und „Malerei“ als traditionelle Einteilungen der Kunstgeschichte treffen bei neuer Kunst oft ebenso wenig zu wie überkommene Vorstellungen von „Künstler“, „Werk“ und „Betrachter“. Neue Kunst konfrontiert eher mit Situationen, mit Installationen, mit Handlungsaufforderungen, mit Beteiligungsmöglichkeiten.
Was passiert da? Wie differenzieren sich neue Ansätze? Wie ist damit umzugehen?
Die Referenten dieses Sommers kommen mit verschiedenen Kompetenzen: Tino Sehgal als Künstler, der Deutschland 2005 auf der Biennale vertrat und im Guggenheim Museum New York 2010 seine vielbesprochenen Arbeiten präsentierte. Dorothea von Hantelmann als am „Performativen“ interessierte Kuratorin und Kunstwissenschaftlerin mit ihrem Buch von 2007 „How to do things with art“. Philip Ursprung als Professor für Kunstgeschichte aus Zürich, der „Grenzen der Kunst“ unter anderem an Kaprow und Smithson untersucht hat. Wolfgang Rüdiger, der als (nicht nur) Freiburger Musiker ähnliche Grenzphänomene im Blick hat.
Sie sind zur Teilnahme herzlich eingeladen!
 
Tino Sehgal
Werk und Ereignis. Tino Sehgal im Gespräch mit Angeli Janhsen
(12.05.2011)
 
Dorothea von Hantelmann
Das Ritual der Ausstellung. Zu Daniel Burens Le Musée qui n’existait pas
(09.06.2011)
 
Philip Ursprung
Allan Kaprow: Vom Betrachter zum Teilnehmer
(14.07.2011)
 
Wolfgang Rüdiger
Klingende Körper – Konzertante Plastiken
(21.07.2011)
 
 

Werke in der Kunstgeschichte

 Wintersemester 2011/12
 
Wer sich mit traditioneller Kunst beschäftigt, erwartet „Werke“. Was ein Kunstwerk sein könnte, wird gerade seit dem 20. Jahrhundert, wo Kunst nicht mehr unbedingt „Werk“ ist, viel diskutiert. Martin Heidegger hat 1935 (in der Kunstwissenschaftlichen Gesellschaft Freiburg!) seinen berühmten Vortrag „Der Ursprung des Kunstwerks“ gehalten. 2005 faßt dann etwa der 68 Seiten lange Artikel „Werk“ von Jan-Peter Pudelek im Historischen Wörterbuch „Ästhetische Grundbegriffe“ die vorhergehenden und folgenden Diskussionen zum Begriff „Werk“ zusammen.
Die Vortragsreihe der Kunstwissenschaftlichen Gesellschaft bietet in diesem und im nächsten Semester einen anderen Ansatz. Weder definiert sie, was ein Werk ist, noch versucht sie eine Übersicht. Einzelne Kunsthistoriker stellen vielmehr an konkreten Beispielen dar, wie weit der Begriff „Werk“ ist. Einheitlichkeit ist nicht angestrebt. An jeweiligen Fällen wird beleuchtet, inwiefern etwas als „Werk“ verstanden wurde. Eben das entspricht dem Problem aus kunsthistorischer Sicht heute wohl am besten – wenn Werke eben nicht vergleichbar sind, wenn sie einzigartig sind, wenn sie vorgedachte Kategorien jedenfalls sprengen
 
Felix Thürlemann
Vecchiettas „Christo risorto“. Ein Werk und seine Ensembles
(17.11.2011)
 
Gerd Blum
Giorgio Vasari, le vite de’ più eccellenti architetti, pittori e scultori italiani (1550) – Kunstgeschichte als Werk
(08.12.2011)
 
Michael Hesse
Die Ostfassade des Louvre in Paris „Wunderwerk der Kunst“
(12.01.2012)
 
Eduard Heinrich Führ
Die Architektur als Werk und als Zeug
(19.01.2012)
 
 

Werke in der Kunstgeschichte 

Sommersemester 2012
 
Mit Kenntnis neuer Kunst wird es immer schwieriger zu sagen, was in der Kunst ein „Werk“ überhaupt sein könnte. Aber auch bei älterer Kunst gab und gibt es keinen allgemeingültigen Werkbegriff. Die in diesem Semester eingeladenen Gäste stellen jeweils an einem Beispiel vor, was ein Werk sein könnte.
 
Prof. Dr. Gottfried Boehm (Basel)
Die Fragilität der Originale. Die Kunst anzufangen
(10.05.2012)
 
Prof. Dr. Stefan Grohé (Köln)
Anatomie der Skulptur. Ein Muskelmann „nach Michelangelo“ und sein Nachleben
(21.06.2012)
 
Prof. Dr. Hubertus Kohle (München)
Adolf Menzels „Friedrich und die Seinen in der Schlacht bei Hochkirch“ – Werk und Rezeption
(28.06.2012)
 
Dr. Gerhard Graulich (Schwerin)
Marcel Duchamps „Fresh Widow“ und die Veränderung des Bildbegriffs
(12.07.2012)
 
Prof. Dr. Jürgen Müller (Dresden)
Von Kirchen, Ketzern und andern Blindenführern – Pieter Bruegels „Blindensturz“ in neuer Deutung
(19.07.2012)

 

Kunst hier

Wintersemester 2012/13
 
Sind Künstler heute unabhängig vom Ort, an dem sie arbeiten? Wer arbeitet hier? Bekannte Freiburger Künstler (nicht nur Freiburger!) stellen jeweils ihre eigene Arbeit vor – und sie tun das sicher anders, als Kunsthistoriker es tun würden. Kunsthistoriker und andere an neuer Kunst Interessierte haben damit die Chance, die Sicht der Künstler auf ihre eigene Arbeit zu verstehen, ihre Arbeiten neu zu sehen – und gleichzeitig die Arbeit der Kunsthistoriker aus der Außenperspektive neu zu reflektieren.
 
Leni Hoffmann
(08.11.2012)
 
Klaus Merkel
(15.11.2012)
 
Richard Schindler
(22.11.2012)

Michael Klant
(17.01.2013)


Künstlerhelden? - Heroisierung und mediale Inszenierung von Malern, Bildhauern und Architekten 

Sommersemester 2013 und Wintersemester 2013/14

 
Anlässlich der Neueinrichtung des SFB 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen. Transformationen und Konjunkturen von der Antike bis zur Moderne“ veranstaltet das Kunstgeschichtliche Institut eine Vortragsreihe zum Thema „Künstlerhelden“, die sich über zwei Semester erstrecken wird (SS 2013 und WS 2013/14).
Nicht nur antike Heroen, biblische Helden oder Herrscher, auch Künstler werden aufgrund ihrer besonderen virtus heroisiert. Als Künstlerheld kann ein Maler, Bildhauer oder Architekt angesehen werden, der durch sein Schaffen und seine Art eine besondere Präsenz und charismatische Wirkung entfaltet, folglich von einer Gemeinschaft verehrt und von dieser medial inszeniert wird. Dies gilt zum Beispiel für Apelles und Phidias, Leonardo, Raffael, Michelangelo oder Dürer. Gerade in der Heroisierung und Verehrung dieser Künstler manifestiert sich eine erstaunliche longue durée, die ganz wesentlich zur Kanonbildung in der Kunstgeschichte beigetragen hat.
Gefragt werden soll in dem Vortragszyklus nach den Gründen, Formen, Strategien und Erfolgen der jeweiligen Heroisierung von Künstlern. Uns interessieren des Weiteren der zeitliche Verlauf sowie die Konjunkturen dieser Heroisierung. Mit Blick auf einen „Anti-Helden“ wie Rembrandt gewinnen wir außerdem eine Vorstellung davon, wie eng die akademische Kunstausbildung und die Heroisierung zusammenhängen. Diese Fragen werden in die Moderne weitergedacht und auf ihre Anschlussfähigkeit hin geprüft: Gibt es auch im 20. und 21. Jahrhundert Künstlerpersönlichkeiten, die ins Zentrum von Verehrung und Vorbildhaftigkeit gestellt werden? Mit Blick auf nationale Ausprägungen der Künstlerheroisierung sollen abschließend architektonische Heldenprogramme, sei es in Form von Ruhmes- und Ehrenhallen oder von bauplastischer Inszenierung von Künstlerhelden (Museumsikonographie), thematisiert werden.


Die Vortragsreihe wird organisiert von den Mitgliedern des SFB 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen“: Katharina Helm, Hans W. Hubert, Christina Posselt und Anna Schreurs-Morét.
Es handelt sich um eine Vortragsreihe des Kunstgeschichtlichen Instituts und der Kunstwissenschaftlichen Gesellschaft in Verbindung mit dem Studium Generale.

 

Programm Sommersemester 2013:


Andreas Thielemann (Rom)
Phidias und Apelles – ihre Heroisierung in der Antike und in der Neuzeit
(25.04.2013)

Andreas Henning (Dresden)
„... der schönste Genius der modernen Kunst.“ Raffael durch die Jahrhunderte
(16.05.2013)

Sabine Feser (Köln)
Vom Künstlerhelden zum Actionhero – Vasaris Leonardo und die Folgen.
(
06.06.2013)

Hans W. Hubert (Freiburg)
Michelangelo: Strategien, Formen und Chronologie seiner Heroisierung (27.06.2013)


Anja Grebe (Erlangen)
Albrecht Dürer. Vom Künstlerpatron zum Nationalhelden
(
11.07.2013)
 

Programm Wintersemester 2013/14:


Ulrich Heinen (Wuppertal)
"Ich bekenne, von Natur aus zum Schaffen großer Werke besser geeignet zu sein als für kleine Kuriositäten." - Peter Paul Rubens' heroischer Anspruch
(07.11.2013)

Jürgen Müller (Dresden)
Der Künstler als Führer - Überlegungen zur Nationalisierung des Rembrandtbildes
(12.12.2013)

Henry Keazor (Heidelberg)
Von der „furia del diavolo” zur „ordinatissima norma di vivere” - Nicolas Poussins „Heldenleben”

Barbara Lange (Tübingen)
Der grosse Kommunikator: Joseph Beuys
(
30.01.2014)
 


Erklären wir Kunst?!

Sommersemester 2014

In den letzten Jahrzehnten ist das Interesse an Kunst so gewachsen, dass immer mehr Kunstinteressierte Kunstausstellungen besuchen. Immer mehr Bücher informieren über Kunst, immer mehr „Kunstpädagogik“ ist gefragt.
Wie ändert das die Rolle von Kunsthistorikern? Zunächst wollen auch Studenten der Kunstgeschichte überhaupt einmal wissen, was Kunst eigentlich ist. Wann und wie wechseln sie die Seite und werden zu Erklärern? Was kann man erklären? Was müssen Erklärer wissen? Wie funktioniert Erklären?
Eingeladen sind Autoren, die professionell und fundiert mit dem Interesse und der Ratlosigkeit eines breiten Publikums umgehen.

 


Wolfgang Ullrich (Karlsruhe)
Erklären, ausstellen, vermitteln, kuratieren: Was man heutzutage so alles mit Kunst macht
(05.06.2014)

Jörg Heiser (Berlin)
Plötzlich diese Ratlosigkeit. Über den Umgang mit der Auflösung von Genres und Gattungen der Kunst
(03.07.2014)

Christian Demand (Berlin)
„Der Vetter aus Dingsda“: Kunstgeschichte als Kunst des Vergessens
(10.07.2014)

 
 

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Eindeutige Deutungen?

Wintersemester 2014/15

Eindeutige Deutungen sind bei komplexer Kunst unwahrscheinlich. Kunstwerke selbst sollen vielleicht gar nicht eindeutig sein, vielleicht haben sich mit den Kontexten Deutungsmöglichkeiten im Lauf der Zeit verändert. Vielleicht wollen verschiedene Rezipienten gleichzeitig verschiedene, jeweils gerechtfertigte, Deutungen. Vielleicht ist die Erwartung an Eindeutigkeit überhaupt falsch. Vielleicht heißt Deuten immer, mit verschiedenen Möglichkeiten umzugehen. Die eingeladenen Referenten haben in diesen Bereichen geforscht und stellen ihre verschiedenen Fragestellungen vor.

 

Peter Schneemann
„…vollends erzpräzise, eindeutig, erzklar und radikalst“
Künstler sprechen über Kunst
(04.12.2014)

Ulrich Pfisterer
Michelangelo und die Renaissance des Uneindeutigen
(15.01.2015)

Monika Wagner
Materialsemantik als Kontextproblem
(29.01.2015)

Verena Krieger
Zur Spannung von Ambiguität und Deutbarkeit in der zeitgenössischen Kunst
(05.02.2015)

 

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Neue kunstgeschichtliche Forschungen - Was ist Zeit bei Bildender Kunst?

Sommersemester 2015

Bildende Kunst reflektiert Zeit. Immer ist Zeit eins der großen Themen: Wie leben wir jetzt, wie wollen wir später leben, was ist in der Vergangenheit geschehen? Was soll festgehalten werden, was kann festgehalten werden? Anders als Musik, Theater und Literatur scheint Bildende Kunst Zeit nicht zu brauchen. Aber ihre Werke, auch wenn sie unverändert zu bleiben scheinen und scheinbar in einem Moment zu erfassen sind, sind nicht zeitlos. Oft stellen sie Zeit dar. Skulpturen und architektonische Kunstwerke fordern offensichtlich Zeit vom Betrachter, der herumgehen muß, der nicht alles auf einmal sehen kann. Auch Bilder rechnen mit der Zeit des Betrachters, bestimmen die Zeiterfahrungen ihrer Betrachter und machen bestimmte Überlegungen zum Thema Zeit überhaupt erst möglich. Gerade die Schwierigkeiten mit Zeit in der scheinbar zeitlosen Bildenden Kunst ermöglichen die erhellendsten Lösungen. Dieter Koepplin, der frühere Basler Kurator und Beuys-Spezialist, überlegt, wie Beuys Zeit versteht. Hannelore Paflik-Huber aus Stuttgart, die eine schöne Darstellung vom Umgang mit Zeit in zeitgenössischer Kunst geschrieben hat, fragt, wie etwas wie ein Tag in Kunst neu verstanden werden kann. Andreas Prater, früher Professor für Kunstgeschichte in Freiburg, spricht als einziger nicht direkt zum Thema, aber er präsentiert uns seine neuen Überlegungen zu Velasquez‘ Portraits. („Klassische“ Themen machen aber immer einen großen Rahmen vorstellbar, und alle Zuhörer werden sowieso hier ihre Assoziationen zu Zeit und anderswo ihre Assoziationen zu anderen Beispielen mitbringen.) Schließlich, am Semesterende (bitte also extra einplanen!) zeigt Raphael Rosenberg, auch ein alter Freiburger, wie die Betrachtungszeit vorgestellt und konkret untersucht werden kann.

 

Dieter Koepplin (Basel)
Joseph Beuys. Bewegung – Zeit – Utopie
(11.06.2015)

Hannelore Paflik-Huber (Stuttgart)
„Every day is a new day.“ (Andy Warhol)
Was sagt heute zeitgenössische Kunst dazu?
(25.06.2015)

Andreas Prater (München)
Augenpfade. Zur Portraitmalerei von Velázquez
(02.07.2015)

Raphael Rosenberg (Wien)
Die Zeit der Kunstbetrachtung. Kunsthistorische Literatur und empirische Wirklichkeit
(16.07.2015) 

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Bildende Kunst und Zeit

Wintersemester 2015/16

Verschiedene Aspekte von Zeit bei Bildender Kunst sind in den Vorträgen des vorigen Semesters untersucht worden und haben eine große Bandbreite möglicher Fragen gezeigt. Das Thema „Zeit“ ist damit natürlich nicht erschöpft. In diesem Semester ergibt sich eine Konzentration auf zwei Problemfelder. Die Vorträge von Erich Franz (Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster/ Kunstakademie Münster) und Johannes Grave (Universität Bielefeld) behandeln Probleme gemalter und gesehener Zeit bei Bildern der Moderne. Die Vorträge von Johan Holten (Kunsthalle Baden-Baden) und Stephan Berg (Kunstmuseum Bonn) behandeln Aspekte aktueller Kunstpräsentationen, wo Zeit als Problem ephemerer Kunst bzw. Zeit als Aktualität von Wechselausstellungen reflektiert wird.

 

Erich Franz (Münster)
Simultaneität und Sukzessivität. Delaunay Macke Klee
(12.11.2015)

Johan Holten (Baden-Baden)
Ephemere Kunst in Ausstellungen
(19.11.2015)

Stephan Berg (Bonn)
Museen heute zwischen Boom und selbstverschuldeter Krise
(03.12.2015)

Johannes Grave (Bielefeld)
Caspar David Friedrich und die Zeitlichkeit der Bildbetrachtung
(10.12.2015) 

  

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Was tun wir denn?! Künstler greifen ein.

Sommersemester 2016

Mit großer Wahrscheinlichkeit tun wir nur das Alltägliche. Im Museum oder im Theater darf man als Rezipient normalerweise nicht viel tun. Wenn neuerdings in „Kunst“-Institutionen „Wirkliches“ oder wenn außerhalb von „Kunst“-Institutionen Kunst auftritt, kann man kaum unbeteiligt sitzenbleiben. Neue Kunst provoziert Reaktionen und Aktionen. Sie lädt Echtes in die Kunstinstitutionen ein und tritt selbst als Kunst außerhalb der Institutionen auf. Sie kann durch diese Wechsel überhaupt Aufmerksamkeit und einen Anstoß zum Handeln schaffen. Als „politisch“ kann Kunst immer verstanden werden: Kunst, die Aussteigen ermöglicht, oder Kunst, die konstatiert, was ist, oder Kunst, die zum Eingreifen auffordert. Dass Künstler selbst mit ihrer Kunst in die Gesellschaft eingreifen, ist nicht selbstverständlich. Aber Joseph Beuys, Hans Haacke, Klaus Staeck, Jochen Gerz oder Christoph Schlingensief haben mit ihren Aktionen große Öffentlichkeit erreicht. Welche Rolle haben Betrachter bei neuer Kunst? Die in diesem Semester hier möglichen Begegnungen mit Künstlern, die bei ihren künstlerischen Arbeiten kommunikativ agieren, können wir nutzen. Was sind eigentlich unsere eigenen Ansprüche? Und ist das Verhalten dieser Künstler jeweils modellhaft? Wie sind hier die sehr reflektierten, unkonventionellen Ansprüche besser zu verstehen?

 

Wochenklausur
„Soziale Interventionen“ haben, wenn sie offiziell von staatlichen Stellen in Gang gebracht werden, ihre ganz eigenen Rituale und Schwierigkeiten. Die Künstlergruppe „Wochenklausur“ entwickelt und betreut an Brennpunkten und Problemstellen (und auch in Europa gibt es viele) immer neue, unerwartete Formen von Engagement für die jeweilige Gesellschaft. Beispiele: Wie können Studenten in Porto mietfrei wohnen? Welche Konsequenzen hat eine Regionalwährung? Wie kann das Leben im Kölner Stadtteil Deutz verbessert werden?
(12.05.2016)

Zentrum für Politische Schönheit
Mit der Aktion „Die Toten kommen“ hat das Zentrum für Politische Schönheit im Sommer an die vielen gestorbenen Flüchtlinge erinnert. Plötzlich waren da Gräber in den deutschen Innenstädten, in Freiburg zum Beispiel vor der Johanneskirche, vor dem Theater oder vor dem Rathaus, in Münster zum Beispiel am Stadtwall. Mit einer grabgroßen Erdaufschüttung, mit Grablichtern, Blumen und Kreuzen irritierten diese Gräber in der unmittelbaren Umgebung und waren zusammen mit der tatsächlichen Beerdigung des Leichnams eines auf der Flucht Gestorbenen Anlass für grundsätzliche Diskussionen zum Umgang mit der eskalierenden Fluchtproblematik.
(02.06.2016)

Josef Mackert
Der frühere Chefdramaturg am Theater Freiburg arbeitet eher an den Rändern klassischer Theatervorstellungen. Er stellt aus der Perspektive des Theaters die neuen offenen, partizipativen, postdramatischen Formen vor. Josef Mackert hat 2010 die Freiburger Kunstaktion (HE)ART OF THE CITY mit initiiert und behandelt hier künstlerische Interventionen, die sich zugleich als künstlerische Forschung verstehen.
(09.06.2016)

Lukas Matthaei
In Freiburg ist vom 15.04. bis 23.04.2016 Lukas Matthaei mit seinem Projekt „SUPERKÖRPER. Eine stadtweite Verhandlung über Lebenserwartungen“. Er untersucht gemeinsam mit Bürgern, welche Forschungen die „Life Sciences“ in Freiburg verfolgen und welche Vorstellungen vom guten, langen Leben sie bestimmen. Wie verstehen wir überhaupt, was in der eigenen Stadt passiert? Was bedeutet das für die eigenen Aktionsmöglichkeiten? „Urban Art“ lädt hier zum Teilnehmen ein und irritiert im alltäglichen Raum so, dass Teilnehmen überhaupt sinnvoller wird.
(30.06.2016)

Angeli Janhsen
Als Professorin für Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt bei moderner und zeitgenössischer Kunst untersucht Angeli Janhsen den Kontext der neuen Kunst bei Aktionskunst, Partizipation. Joseph Beuys oder Klaus Staeck sind längst Klassiker – was hat sich von ihnen her entwickelt?
(14.07.2016) 

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Ist das noch Kunst, ist das schon Wirklichkeit?

Wintersemester 2016/17

Im letzten Semester hatten wir Künstler zu Gast (Wochenklausur, Zentrum für politische Schönheit, Lukas Matthaei), deren Arbeiten als Kunst nicht unbedingt zu erkennen sind. In diesem Semester stellt Daniel Wetzel die Arbeit seiner Theatergruppe Rimini Protokoll vor. Rimini Protokoll war 2015 mit „Qualitätskontrolle“ in Freiburg, mit einer Arbeit mit einer wirklich querschnittsgelähmten Darstellerin. Andere Arbeiten luden Zuschauer in eine (echte) Aktionärssitzung ein, machten seltsame (tatsächliche) Gänge mit Kopfhörern durch Berlin möglich oder holten (wirkliche) Muezzine nach Zürich. Zuletzt waren in Freiburg in „Evros Walk Water“ authentische Flüchtlinge zu hören und Instrumente mit Wasser de facto zu spielen. – Rimini Protokoll ist ein Fall von der neuen Kunst, die nicht mehr nur in Kunstinstitutionen stattfindet und die Wirkliches in die Kunstinstitutionen holt. Weil bei zeitgenössischer Kunst oft schlecht zu entscheiden ist, wo die Grenze zwischen Kunst und Nichtkunst ist, haben auch professionelle Rezipienten echte Probleme. Wie ist mit dieser Kunst umzugehen? Gibt es sinnvolle Methoden? Wie ist das Neue überhaupt zu vermitteln? Was ist da Qualität? Wie ist der Kontext? Die Kunstkritiker Hans Joachim Müller oder Georg Imdahl verfolgen aktuelle Probleme und nehmen zu neuer Kunst immer neu in einzelnen Rezensionen und auch in Überblicken Stellung, sie machen sie einem größeren Publikum zugänglich. Kuratoren wie Vanessa Joan Müller gehen mit der aktuellen Kunst um, sie wählen aus und präsentieren. An den Universitäten, in der Kunstwissenschaft, müssen noch neue Umgangsformen gefunden werden. Hans Dieter Huber arbeitet an den Rändern der klassischen Kunstgeschichte und fragt gerade für neue Kunst nach neuen Zugangsweisen. Wir beschäftigen uns im Wintersemester 2016/17 mit diesen Facetten dieser neuen Kunst, die mit großem Anspruch neu auftritt.

 

Hans Joachim Müller (Journalist, Freiburg)
Kunst als Handlungsform
(03.11.2016)

Vanessa Joan Müller (Kunsthalle Wien)
Neue Kunst ausstellen
(24.11.2016)

Hans Dieter Huber (Akademie der Bildenden Künste Stuttgart)
Irritationserwartungen in der Kunst
(01.12.2016)

Daniel Wetzel - Rimini Protokoll (Theater Berlin)
dramatische Museums-Führer und abwesende Dirigenten
(22.12.2016)

Georg Imdahl (Kunstakademie Münster)
Realität Kunst
(09.02.2017)
 

  

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